Ein Blick hinter die Fassade

Mit dem Projekt «didymos» bauen wir die Zukunft des Kantonsspitals Winterthur. Seit die Aussenhülle steht, der Rohbau sichtbar ist, sieht man von Aussen nicht mehr viele Veränderungen. Hier zeigen wir, wie der Innenausbau voranschreitet.

Als Ersatz für das Bettenhochhaus aus dem Jahr 1968 entsteht ein langgestrecktes Bettenhaus mit zehn Geschossen. Es ist im Rohbau vor dem alten Hochhaus gut sichtbar. Daneben, direkt angedockt, steht der siebenstöckige Eingangstrakt. Er verbindet den Neubau mit den bestehenden Gebäuden. Der Rohbau wurde im September abgeschlossen. Längst haben die umfassenden Arbeiten für den Innenausbau begonnen. Gegen Ende 2021 werden die Ersatzneubauten eröffnet und im spitalübergreifenden Betrieb integriert. Erst danach erfolgt der Rückbau des Hochhauses. Wir werfen einen Blick hinter die Betonmauern.  

«Hülle dicht»

Mit der Montage der Fassadengläser und der Abdichtung der Dächer war die Gebäudehülle im November 2019 termingerecht dicht. Nun wurden die ersten Fassadenbleche als Verkleidung montiert. Das ist keine Kosmetik, sondern ein Arbeitsschritt, der viel Vorarbeiten voraussetzt. Dem weiteren Innenausbau steht nichts mehr im Wege.

Umweltfreundliche Rückkühler

Die über 7 Tonnen schweren Wärmetauscher sorgen für die Kühlung durch Verdunstung. Physikalisch betrachtet arbeiten die Aggregate mit einer ausgeklügelten Technologie: Innerhalb eines geschlossenen Kreislaufs, der keine Wärme mit der Umgebung austauscht, wird ein Trägerstoff dazu gebracht, seinen Aggregatzustand zu ändern. Wenn ein Kühlmedium wie Luft oder Wasser in Kontakt gebracht wird, um Wärme auszutauschen, spricht man von «wärmedicht» oder adiabat arbeitenden Wärmetauscher. Die Wärme wird für einen anderen Zweck verwendet, etwa für Bodenheizungen, Türluftschleier, Heizdecken. 

Die für das KSW bestellten Modelle sind besonders energie-effizient und für die engen Platzverhältnisse auf dem Dach geeignet, wo sie trotz geringer Aufstellfläche hohen Anforderung an die Kühlleistung erbringen müssen. Nicht nur im medizinischen Bereich, sucht das KSW die Höchstleistung. Auch die Gebäudeinstallationen mit ausgefeilter Wärmetauschtechnologie entspricht dem neuesten Stand und erfüllt den modernen Kriterien der Nachhaltigkeit in hohem Mass.

Auch der gerillte Fertigbelag der Zufahrt in die Tiefgarage wurde eingebracht.

Einblicke in den Rohbau

Sobald die Rohbauten erstellt sind und die Gebäudehülle dicht ist, erkennt der Betrachter von Aussen den Baufortschritt nicht mehr. Es könnte der Eindruck entstehen, dass auf der Baustelle nicht mehr viel los ist. Dem wollen wir entgegenwirken, indem wir an dieser Stelle Einblicke in laufende Arbeiten und ins künftige Bauprogramm geben. 

Die Montage der Waren- und der Bettenlifte hat im Dezember 2019 begonnen, und auch die Gipser- und sogenannten Trockenbauarbeiten in allen Geschossen sind in vollem Gange. Die Installationen der Haustechnik für Elektro, Heizung, Lüftung und Medizinalgas sowie die Rohrpost wurden bereits weit vorangetrieben. Die Installationen der Haustechnik sind auch in der Dachzentrale des Bettenhochhauses und im Eingangstrakt gestartet worden. 

Die Schächte für den Wäscheabwurf kennt jede und jeder: Wo am Tag der offenen Baustelle im September noch ein gähnender Schacht war, werden nun sukzessive Chromstahlrohre eingebaut, die auf jedem Geschoss mit einer Klappe ausgestattet sind. Am Schluss resultiert aus diesen Arbeiten der fertige Wäscheabwurf.

Die Installation dieser Röhren ist ein Schritt hin zur späteren Rohrpost.

Kleiner Blick ins umfassende Bauprogramm

Die Installation der Luft- und Wärmeverteilung in den Patientenzimmern wird im Januar in Angriff genommen.

Im Februar erfolgt die Verlegung der Bodenheizungen, und die Unterlagsböden werden eingegossen. Weiter werden Systemwände aus Glas, beispielsweise im Open Space, montiert. Im 5. OG des Eingangstraktes werden die OP-Wände gestellt. 

Die Innenausstattung aus Holz in den Patientenzimmern durch den Schreiner beginnt im Frühling 2020. 

Die Lüftungszentrale über den Operationssälen im 6. Obergeschoss Eingangstrakt: Choreographisch angeordnet.